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Sonntag, 2. März 2008

Zum Vergleich: die historische Aufnahme.

Viel ist zwar nicht zu sehen, aber all zu radikal darf man ein Naturdenkmal wie diesem Bergahorn auch nicht "rupfen". So wurde nur totes Holz entfernt und Äste gekürzt, die in den letzten Jahren der Bausubstanz zu nahe gekommen sind.
Jetzt haben wir erstmal Ruhe. In 5 Jahren sollte man aber eine massivere Einkürzung erwägen, wenn der Baum noch ein paar Jahrzehnte stehen soll. Einige der massiven Äste im oberen Bereich der Krone sind nicht mehr kerngesund, sagt der Baumpfleger.
So betitelt der gemeine Fensterbauer ein Fenster nach aktuellem Stand der Technik, dass nach außen den Schein eines Originals wahrt. Besondere Bedeutung hat die Ansichtbreite der Profile, die früher bei dünner (2 mm) Einfachverglasung sehr filigran sein konnte. Mit dem dafür üblichen Profil IV 58 lassen sich ganz gut solche schmalen Profile nachbilden.
Wir werden im massiv gebauten Erdgeschoß wohl zu dieser Variante greifen, da hier keine Originalsubstanz mehr vorhanden ist und wieder Kreuzstockfenster ins Bild sollen. Kosten pro Stück: ca. 900 EUR.

Bildquelle Kreuzstockfenster mit Profil IV58: www.tischlerei-zimmer.de
Eine Bestandsaufnahme der im Objekt vorhandenen bzw. dokumentierten Beschläge:



Bei Aufarbeitung der barocken Kreuzstockfenster zeigte sich das Holz teilweise noch in sehr gutem Zustand, obwohl es sich um Nadelholz handelt. Das liegt neben der Lage (Nord-Nord-Ost) wohl vor allem am vermutlich verwendeten Bleiweiß-Anstrich. Der ist zwar wegen seiner Giftigkeit schon lange verboten, in seiner fungiziden Wirkung aber unübertroffen. Die erste Farbfassung ist eher grau, wobei es sich aber auch vergrautes Bleiweiß handeln kann. Zu sehen ist die gegenüber dem Rest aufwendiger profilierte Sprosse, die mit etwas Spannung trocken in den Flügel geklemmt ist.
An unserem Wasserlauf (Gewässer I. Ordnung) hat die Landestalsperrenverwaltung Pflegemaßnahmen durchgeführt. Dabei fielen 3 hiebreife Pappeln an, die wir als Grundstückseigentümer selbst verwerten dürfen.
Pappel ist leider nicht so widerstandsfähig, dass man sie verbauen will, obwohl man dies historisch in manchen Gegenden durchaus getan hat. Ihre Festigkeit kann sich aber mit Fichte messen und so lassen wir gerade Kanthölzer und Bohlen vor Ort daraus sägen. Im Herbst sollten die dann trocken genug sein, um diverse Decken und Fachwerkwände zu stützen.

Preiswerter kommt man kaum an Schnittholz.
Im Gebäude haben sich teilweise noch die originalen Kreuzstockfenster aus der barocken Umbauphase in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erhalten. Erkennbar wird dies an Fensterflügeln, deren Rahmenverbindungen aus Schlitzzapfen nur mit Holznägeln gesichert sind. Die Scheibe wurde ohne Kitt in eine Glasnut im Rahmen eingeschoben. Kittfalze wurde erst nach 1820 verwendet.
Als Beschläge sind Winkelbänder und Stützkloben sowie Vorreiber und Aufziehknöpfe vorhanden. Einige Flügel werden derzeit aufgearbeitet müssen wegen der Vandalismusschäden z.T. auch neu verglast (Glasstärke: 2 mm) werden. Später ist zu klären ob man diese Einfachfenster durch die vorhandenen, aber schwer handhabbaren Winterfenster oder ein neues Innenfenster zu Kastenfenstern erweitert. Stark geschädigte Fenster werden dann nachzubauen sein.
Quelle: Das historische Fenster in Sachsen ...
Memo: Bezugsquelle Beschläge

Leider werden die Schneeglöckchen irgendwann weichen müssen, weil der ganze Innenhof zirka 15 cm "hochgegärtnert" wurde. Das ursprüngliche Traufpflaster kam unter 15 cm Humus zum Vorschein.
Das freiwillige Jahr in der Denkmalpflege (FJD) können Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren absolvieren und wird wie das Freiwillige Soziale Jahr als Ersatzdienst für Kriegsdienstverweigerer anerkannt (Zivildienst).
Wir können unter anderem das Denkmal als Einsatzstelle anbieten und suchen idealerweise einen begeisterten Jung-Zimmermann, weil es viel historisches Holz zu "bearbeiten" gibt. Zur Abwechslung wird Umgang mit Skalpell, Pinsel und Schablone geboten, wenn hier und in anderen Denkmälern historische Wandfassungen freigelegt, restauriert oder rekonstruiert werden müssen.
Das FJD geht über 12 Monate vom 01.09.2008 bis 31.08.2009. Einsatzort ist der Großraum Dresden, Organisator die ijgd Jugendbauhütte Görlitz. Bei Interesse einfach eine Email an denkmal [ät] baublog [punkt] de.
Mehr Infos zum FJD bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Dank Faulheit der Sitznischensitzabschläger und Renaissancetorzumauerer fanden sich die Trümmer der Sitze dort, wo sie hingefallen waren: Unter dem Sand, mit dem man den Gang zum Höhenausgleich befüllt hatte.
Der grob zusammengepuzzlete rechte Sitz:

Die entfernten 2,5 kbm (Fluß)Sand reichten übrigens genau zum Verfüllen eines überzähligen Brunnens im Hof.